Dein Weg liegt hinter dir, du bist ihn gegangen, hast deine Spur hinterlassen. Was vor dir liegt ist eine Landschaft voller Möglichkeiten, die unter anderem geprägt ist von all den Wegen, die Menschen bisher gegangen sind. Doch auch wenn du auf den Pfaden anderer wandelst, ist es dein Weg, der deine Spuren hinterlässt, und er ist erst dann sichtbar, wenn du ihn gegangen bist.

Einen Weg gehen

Was jedoch sehr hilfreich sein kann und seit Jahrtausenden praktiziert wird ist, die Herangehensweise von Lehrern, einer geschätzten Bewegung oder geachteten Religion zu studieren und auszuprobieren. Dies wird oft „einen Weg gehen“ genannt. 
Wir sprechen auch davon, im selben Geist von etwas oder jemanden zu handeln oder zu stehen. Doch wirst immer du es sein, die sich bewegt, die Handlungen ausführt und Wirkung erzeugt. Es sind nicht die Religionen oder die Lehrerinnen, die wirken, es sind immer die einzelnen Handelnden, auch wenn sie im Geiste einer Sache unterwegs sind. In diesem Sinne gibt es auch nur dich als verantwortliche Person, wir können es niemanden in die Schuhe schieben, wie wir handeln. Doch dazu ganz sicher bald mehr in einem weiteren Blogbeitrag.

Viele Wege führen zum Licht

Stell dir ein Rad vor oder einen Kreis, im Zentrum befindet sich das Licht, die Erleuchtung, das Nirwana, das „Nirgendwohin“ oder wie wir es auch nennen wollen. Rings um diesen Kreis verteilt befinden sich alle Weltreligionen, alle Sekten, Glaubensgemeinschaften, spirituellen Bewegungen, Logen und alle Gruppierungen, die den Menschen einen Weg in das Zentrum zur Erleuchtung zeigen (möchten). Der jeweilige Weg zeigt sich als eine Linie, die sich vom äußeren Rand zum Zentrum hin ausrichtet. Befindest du dich noch ganz außen, so sind die anderen Wege weit entfernt, der Gegenüberliegende am weitesten. Auf deinem Weg in das Zentrum, zum Licht hin kommen dir die anderen Wege Stück für Stück näher und du stellst fest, je dichter du am Zentrum bist, desto näher sind die anderen Wege, und sie unterscheiden sich immer weniger von deinem. Nun fällt der Wechsel auf einen anderen Weg deutlich leichter, oder du erkennst, dass die anderen Wege nicht besser oder schlechter sind als der deinige.

Wir erkennen Suchende, die sich noch etwas näher am Außenrand bewegen oft daran, dass sie kaum akzeptieren können, dass ein anderer Weg auch der richtige sein kann. Wer kennt das nicht? Wir schon! Wenn dich also jemand mit Sätzen die ein „nur so“ oder ähnliches enthalten überzeugen möchte – und kommen sie auch noch so weise daher, kannst du dir ausrechnen, in welchem Abstand diese Person sich zum Rand des Rades bzw. zum Zentrum hin befindet.

Der Weg mit Herz

Aus: „Die Lehren des Don Juan“ von Carlos Castaneda
… Darum musst du immer daran denken, dass ein Weg nur ein Weg ist.
 Wenn du fühlst, dass du ihn nicht gehen willst, musst du ihm unter gar keinen Umständen folgen. Um so viel Klarheit zu haben, musst du ein diszipliniertes Leben führen. Nur dann wirst du wissen, dass ein Weg nur ein Weg ist, und dann ist es für dich oder für andere keine Schande, ihm nicht zu folgen, wenn es dein Herz dir sagt.
 Aber deine Entscheidung, auf dem Weg zu bleiben oder ihn zu verlassen, muss frei von Furcht oder Ehrgeiz sein. Ich warne dich. Sieh dir den Weg genau und aufmerksam an. Versuche ihn, so oft es dir notwendig erscheint. Dann stell dir, und nur dir selbst, eine Frage: Ist dieser Weg ein Weg mit Herz?
 Alle Wege sind gleich: sie führen nirgendwo hin. Ist es ein Weg mit Herz?
 Wenn er es ist, ist der Weg gut; wenn er es nicht ist, ist er nutzlos.
 Beide Wege führen nirgendwohin, aber einer ist der des Herzens, und der andere ist es nicht. Auf einem ist die Reise voller Freude, und solange du ihm folgst, bist du eins mit ihm. Der andere wird dich dein Leben verfluchen lassen. Der eine macht dich stark, der andere schwächt dich. Ein Weg, der kein Herz hat, ist niemals schön. Du musst hart arbeiten, um ihn auch nur einzuschlagen. Andererseits ist ein Weg mit Herz sehr einfach; um ihn gerne zu haben, musst du nicht arbeiten.

Ehrenrunde

Castaneda sagt: „Andererseits ist ein Weg mit Herz sehr einfach; um ihn gerne zu haben, musst du nicht arbeiten“.
„Einfach“ ist das Prinzip vom Weg mit Herz, ok. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass es auch immer leicht ist, diesen Weg zu gehen. Die Erfahrung zeigt, dass viele Suchende zwar unterwegs sind, oft einen riesigen Aufwand betreiben, eine Menge Geld ausgeben und doch nicht wirklich weiter kommen, weil sie immer dann, wenn es zur Sache geht, die Schule oder die Lehrer wechseln. Es ist meist der Zeitpunkt, wo es unbequem wird, wo es gilt, die Hosen wirklich runter zu lassen, und man wirklich sichtbar wird. An dieser Stelle verlassen wir dann das Szenario und suchen uns eine neue Schule, weil diese uns irgendwie doch besser gefällt. Je nach Qualität dieser neuen Schule dauert es dann wieder eine Weile, bis es wieder heißt: Hosen runter und zwar ganz! 
Entscheiden wir uns wieder zurück auf Los zu gehen, beginnt die nächste Ehrenrunde.

Dranbleiben

Wir empfehlen dir, eine Weile auf einem Weg zu bleiben, am besten so lange wie es braucht, wirklich die nächste Ebene deines Bewusstseins erreicht zu haben, du dein Leben tatsächlich verändert hast oder wie es eben ganz einfach dein Weg mit Herz ist. Wie sich dieser Weg nennt ist nicht entscheidend, entscheidend ist, ob er dienlich ist ein wirklich erfüllteres Leben hervorzubringen. Der Weg des Selbstwachstums ist eben manchmal auch unbequem und immer mal wieder auch schmerzhaft. Der Schmerz ist aber bitte nicht das bevorzugte Mittel, zu wachsen. Er zeigt sich, wir gehen hinein und hindurch und danach ist das Leben schöner. Kurzzeitschmerz für Langzeitvergnügen, so nennen wir das.

Wir lieben was wir tun

Die Kriegerschule ist ein Raum und ein bestimmter Geist, sie ist eine Bewegung, wir bewegen uns und die Menschen und wir lieben es, dies zu tun. Es ist unser Weg mit Herz, der durch seine Beweglichkeit nie eintönig oder langweilig wird.
 Ein „nur so“ wirst du bei uns nicht finden, denn wir sind uns ganz sicher, dass jeder Mensch seinen ureigenen Weg geht, auch wenn er unsere Herangehensweisen oder die einer anderen Schule mag, sie nutzt und sein Leben damit lebenswerter macht.

Den Weg der Kriegerschule gehst du am nachhaltigsten im Rahmen der Ausbildung. Du versprichst dir selbst, mindestens drei Jahre nicht auszuweichen oder abzuhauen und vielleicht sogar im vierten Jahr selbst den Weg der Lehrerin oder des Lehrers zu gehen.

Bleib an dir dran und bilde dich aus, du selbst zu sein und gehe die Themen an: Aufräumen, Werden und Sein, Kraft, Macht, Authentizität, Leben, Tod und Wiedergeburt.

Zur Ausbildung zum Natur- und Ritualcoach