Laboratorium für gemeinschaftliches Leben Empfehlung

Laboratorium für gemeinschaftliches Leben
19 August
2015
Freigegeben in: Blog

Fünf Jahre Erfahrung

Seit 2010 bietet die Kriegerschule nun schon das „Schamanische Sommercamp“ an.
Damals nannten wir diese Zusammenkunft „Mehrgenerationen-Camp“ um die Absicht zu unterstreichen, dass es uns um ein Stammesleben (auf Zeit) geht, innerhalb dessen so viele Generationen wie möglich Raum finden.

 

Breite Basis

Die Kriegerschule war bis 2014 verantwortlich für die Durchführung der Camps. Zum ersten Camp 2010 wurden wir von sehr vielen Menschen unterstützt und heute haben sich die Gründungsmitglieder des Vereins Lebensweise e.V. verantwortlich erklärt, sowohl das Sommercamp als auch die kleineren Pfingst – Herbst – Vater & Sohn – und Mutter & Tochter Camps zu organisieren.
Das Sommercamp steht nun auf einer breiten Basis von Menschen, die sich um die unterschiedlichen Aufgaben kümmern.

Ritueller Rahmen

Als am Samstag Mittag die Welle der teilnehmenden Familien auf das Land schlug hatten wir mit dem Team des Sommercamps schon ein paar Vorbereitungen getroffen. Ein schamanisches Camp beginnt natürlich auch dem Namen entsprechend mit einem Ritual. Das Team schwitzte ordentlich für den Stamm und reinigte sich gründlich von allem Störenden und vor allem auch von etwaigen Erwartungen. Wir beteten für ein gutes Gelingen und verschmolzen in der Schwitzhütte zu einem sehr gut verbunden Team.

Gemeinschaftliches Leben im Stamm auf Zeit

Der ganze Stamm, von den Kleinsten bis zu den Ältesten, war aktiv bei dem großen Eröffnungsritual tätig. Wir riefen die Kräfte um Unterstützung und wir gaben unsere Wünsche und Gebete in das nach uralter Weise entfachte Feuer, was bis zum Ende des Camps nicht erlöschen sollte. Unser Zentrumsfeuer wurde von der ersten Nacht an von Stammesmitgliedern gehütet, und es waren meist die Kinder und Jugendlichen, die diesen Job gerne und sehr verantwortlich übernahmen.
Der Stamm teilte sich in Elemente-Clans auf, um so eine gute Einteilung der zu erledigenden Arbeiten zu gewährleisten. Es gab die Gruppe der Holz und Feuerhüter, der Reinigungseinsatz für Duschen und WC, eine Abteilung die sich um Ordnung und Schönheit kümmerte und der dickste Batzen war die Mithilfe in der Küche.

Selbs organisierend

Es dauerte ein paar Tage, bis sich jede der Elemente-Clans abwechselnd einmal um einen der vier Bereiche kümmerte. Danach war dann auch klar, was funktioniert hat und was verbessert werden sollte.
Es wurde ein ritueller RadsKeis einberufen, der eine Optimierung der Abläufe und Aufgaben zum Ziel hatte. Eine stattliche Anzahl von Camp-Teilnehmern nahm sich bis spät in die Nacht Zeit, nach diesem sehr effektiven und gerechten Prinzip des RadsKreises zu tagen und Konsens-Entscheidungen zu treffen.

Alltag und Ritual

Ein Stammesleben besteht aus den alltäglichen Aufgaben, aus gemeinsamen Aktionen, aus privatem Rückzug, aus Kommunikation, gemeinsamen Mahlzeiten und in unserem Stamm aus sehr vielen kleinen und größeren Ritualen. Vieles vom Alltäglichen wurde ebenso rituell begangen wie ein eigens einberufenes Ritual. So ist auch eine Absicht des Camps, Spiritualität und Alltag zu verbinden und damit auch eine Brücke in das Leben außerhalb des Stammes auf Zeit zu schlagen.
Ein Ritual muss nicht immer lange vorbereitet werden, wir geben zB. vor jeder Mahlzeit den Ahnen einen Teller von unserem Essen. Wir bedanken uns bei den Pflanzen die uns Brennholz schenken oder Nahrung geben. Wir fragen die Steine, bevor sie in´s Schwitzhüttenfeuer kommen, wir singen vor dem Essen gemeinsam, ...
All diese Dinge sind leicht in den Alltag zu integrieren, wenn sie über 9 Tage in einem Stamm auf Zeit gelebt wurden.

Kleine und große Rituale

Ein wichtiger Beweggrund für das schamanische Sommercamp ist die Schaffung der Möglichkeit, Übergangsrituale durchführen zu können. Im Besonderen galt diese Absicht den jungen Frauen und Männern des Stammes doch auch ältere Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, ein Schwellenritual durchzuführen.
Vom Kind zum Jugendlichen, vom Jugendlichen zum Erwachsenen, vom Angestellten zum Selbständigen, von Eltern mit Kindern zu Eltern mit Jugendlichen, vom Kindergarten zur Schule, von der Hauptschule auf eine weiterführende Schule, ...
Gründe für ein Übergangsritual gibt es genug und jeder ist es wert, ernst genommen zu werden.
Natürlich gibt es Übergänge, die deutlich mehr Aufmerksamkeit und Zeit in Anspruch nehmen, wie zB. Der Übergang unserer Jugendlichen zum Erwachsenen.

Wo stehe ich? Wohin gehe ich?

Das Sommercamp bot einen geschützten und aufgeladenen Raum, worin sich vor allem die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden und sortieren konnten. Ohne Vorgaben durften sich von den kleinsten Kindern bis hin zu den fasst schon Erwachsenen die unterschiedlichen Reifegrade finden. Dieser Prozess war nicht für jeden leicht, denn oft ist der Wunsch zu dieser oder jener Gruppe zu gehören größer als die tatsächliche Reife dazu. Mit großer Achtsamkeit und tiefem Respekt vor jeder einzelnen Person, egal wie alt, begleitete das Kinderteam die Jüngeren und wurden die älteren Jugendlichen von den Stammesschamanen direkt betreut.

Rituale verdichten das Leben

Das Sommercamp ist ein großes Ritual innerhalb dessen sehr viele kleinere Rituale Platz finden. Jedes Ritual erhöht die Energie und verdichtet den Raum. Themen werden befeuert und beschleunigt und kommen wesentlich deutlicher an den Tag als im Leben außerhalb des Rituals. Dieser Umstand bringt sehr emotionale Prozesse in Gang und manch ein Stammesmitglied hatte nicht nur leuchtende und leichte Tage. Der rituelle Rahmen löst nicht nur Prozesse aus, sondern er hält auch den Raum dafür. In diesem geschützten Lebens-Bereich ist es möglich, in kurzer Zeit tiefe Täler zu durchwandern und erleichtert und (ein Bisschen) erleuchtet daraus hervor zu gehen.

So viele Teilnehmer, so viele Spiegel

Die Vielfalt dessen was das menschliche Leben hervorbringt ist im Stamm sehr sichtbar. All die wunderbaren kleinen Kinder, all die schönen Frauen und Männer und all die elenden Plagegeister Tyrannen und Knöpfe-Drücker. All der Überfluss, die Schönheit und all die vielen Tanten und Onkels und all die Arbeit, all die Dienste, all der Krach und all die vielen Rituale von morgens bis Abends.
Wir begegnen uns selbst, auch wenn wir zuerst mal mit dem Finger auf die Anderen zeigen, Schuldige suchen und ... Opfer sind. Der rituelle Stamm auf Zeit hilft einem all das als Spiegel zu sehen und mit Selbsterkenntnis daraus hervor zu gehen.
Nicht immer leicht und nicht immer lustig, aber immer sehr erkenntnisreich.
Nach dem am Ende der Schmerz dann glücklich nachgelassen hat leuchten meist die Augen und kann man mit den anderen über das Geschehene herzhaft lachen.

Hausaufgaben

Es ist eine sehr große Herausforderung aus diesem „Laboratorium des gemeinschaftlichen Lebens“ heraus zurück in die oftmals nicht so perfekt gestaltete Umgebung zu kommen.Das Energieniveau sinkt (leider) Tag für Tag ein wenig ab, denn der rituelle Rahmen ist nicht mehr da.
Und es fehlen viele der lieb gewonnenen Stammesmitglieder, neu gefundene Freundschaften werden vermisst und es fällt einem wesentlich deutlicher auf, was man so alles in seinem Leben hat, was da gar nicht mehr hin soll und was einem so alles fehlt, was besser da wäre.
Einfach nur auf das nächste Camp zu warten ist keine gute Idee, wenn auch nach dem Camp vor dem Camp ist.
Die kleinen Rituale in den Alltag zu bringen ist eine genau so gute Idee wie in Verbindung mit den Stammesmitgliedern zu bleiben. Vielleicht kann sich eine kleine Gruppe auch treffen, oder man verabredet einfach den gemeinsamen Besuch eines der nächsten Rituale bei der Kriegerschule ;-)

Vieles gäbe es noch zu berichten, anzumerken und zu erläutern.
Ich hoffe dass dies an anderer Stele geschieht.
Ganz sicher wird es auf der Internetseite von Lebensweise e.V. in nächster Zeit voch vieles zu lesen geben.

Heil und Segen

So wie uns beim Camp die Kräfte der Natur und die der höheren Wesen begleitet und gesegnet haben, so sei der Segen allzeit mit Euch.
Wir sollten nie vergessen, dass wir immer um alles beten können, dass wir immer Unterstützung bekommen, wen wir darum bitten und dass der Stamm der Stamm bleibt, auch wenn die Entfernung in Kilometern groß ist.
Ein Herz und eine Stammesseele sind nicht zu trennen.

Voller Liebe und Dankbarkeit

Regenbogenherz Kolibri

Gelesen 1947 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 19 August 2015 16:03

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