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Wildschwein Besuch
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- Erstellt am Mittwoch, 14. Dezember 2011 22:08
Zu unserem Hüterinnentreffen der Schwesternschaft
hat uns beim Schwitzhüttenbau ein Wildschwein besucht. Hier eine Inspiration zu dieser Wildschweinmedizin.
Mögen wir sie annehmen, diese Medizin, und zum Wohle aller Wesen nutzbar machen!
Seid gesegnet
Marsha
Das Wildschwein
Um das Schwein gibt es viele Mythen, Symbole und Sprichwörter. Schon die alten Germanen, Griechen und Römer verehrten das Wildschwein als Sinnbild für Kraft, Ausdauer und Fruchtbarkeit. Bei den Kelten war es ein wichtiges Symbol der höchsten Priesterschaft und ein Symbol-Tier der Krieger und der Priester.
Es war ein göttliches Wundertier und galt als dermaßen lebensfroh, dass man annahm, dass sich sogar die Götter gerne als Eber und Sauen verkörpern.
In der nordischen Mythologie ist der Eber Hildeswin Reittier der Freya. Angeblich verwandelte sie ihren Liebhaber Ottar in das Schwein, um ihn mit nach Asgard nehmen zu können. Der Eber Gullinbursti hat goldene Borsten, die im Dunkeln leuchten, und wurde von den Meisterschmieden Sindri und Brock geschmiedet. Er ist Freyrs Reittier.
Überhaupt galt das Schwein als sicherer Führer in die Unter- oder Anderswelt. Der Wildschweingeist half dem Schamanen, die versteckten Krankheitsdämonen heraus zu schnüffeln. Zugleich zeigte er ihm die heilenden Wurzeln, die dem Kranken das Leben retten wurden.
Mythos Ceridwen
Göttin der Schweine (Nachdem sie oft die Gestalt des Schweines annahm, ist ihr dieses Tier geweiht, wobei man hier den Aspekt der Muttersau sehen sollte, die nährt und behütet), Göttin des Neumondes, des Korns;
Sie ist die Mutter Taliesins und Afagddus. Ceridwen ist die walisische Fruchtbarkeitsgöttin und wird als dreifache Göttin verehrt doch am ehesten findet man sie in der Gestalt der Alten. Hier rührt sie ihren Kessel (den Kessel der Inspiration und Weisheit).
Ceridwen ist die Mutter der wunderschönen Creirwy und des abgrundtief hässlichen Afaggdu. Um dessen Hässlichkeit auszugleichen, braute sie in einem magischen Kessel einen Trank, der ihren Sohn zum weisesten aller Wesen machen sollte. Der Junge Gwion Bach und sein Begleiter Mordra, wurden beauftragt, den Kessel zu bewachen und in bestimmten Abständen umzurühren.
Als der Trank fertig war, spritzen die ersten drei Tropfen auf den Finger von Gwion, den er sich in den Mund steckte, so dass der Zauber auf ihn anstelle Afaggdus wirkte. Aus Wut versuchte Ceridwen Gwion zu töten und so kam es zu einer langen Jagd, während der die beiden die verschiedensten Gestalten annahmen. Am Ende wurde Gwion zu einem Getreidekorn und Ceridwen zu einer Henne, die es aufpickte.
Bald darauf gebar Ceridwen aus diesem Korn einen Sohn. Sie brachte es aber nicht übers Herz, wie ursprünglich geplant, den Knaben zu töten. So steckte Sie ihn in einen Ledersack und warf ihn ins Wasser. Neun Tage später wurde er von einem Mann in einer Fischreusse gefunden. Er gab ihm den Namen Taliesin. Taliesin wird der größte Dichter und Barde der Britannier.
«DIE WILDSAU und ich auf den Spuren der Frauen-Energien»
(Ausschnitt aus der Diplomarbeit) "Das Wildschwein wird zum religiösen Symbol für das kosmische Gefäss. In der Schweinegöttin wurde die Vollmacht der Frau, zu gebären (Ei) und wieder zu gebären (Blutzyklus), religiös dargestellt. Die mythisch-matriarchale Frau hat nicht ihren Zyklus, sondern sie ist Zyklus. Sie ist identisch mit ihrem Element des Blutes, sie ist elementar ganzheitlich. Damit ist sie selber Element des Kosmos. Wenn alles einheitliche Ur-Energie darstellt, dann hat die Frau aufgrund ihres Menstruationszyklus die kosmische Ordnung in sich.
Ihr Uterus-Gefäss entspricht dem runden Gewölbe der Höhle wie dem runden Gewölbe des Alls. Diese runden Gewölbe, aus denen das Leben geboren und wiedergeboren wird, werden in der Religionsgeschichte als «heiliges Schwein» gestaltet, aus dessen runden Wölbungen der ganze Kosmos entstanden sein soll. Uterus - Höhle - All personifizieren sich in der kosmischen Schweinegöttin, aus deren Maul immer eine rote Zunge herausfliesst." ...
Die Schweinegöttin der Geburt und der Wiedergeburt
In verschiedenen Kulturen wurde das Wildschwein als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt. Aber auch der Wandlung und Wiedergeburt. Mit Frauen- und Schweineblut wurde die Erde genährt. In der «Grotte du Pape» in Bassempouy wurden mehrere Venusstatuetten mit schweineähnlichen Pfoten gefunden. Ihr Alter ca. 25000 v.Z.. Die Göttin wird noch Jahrtausende lang in Schweinegestalt dargestellt.
In der Zeit ca. 7000 - 6000 v.Z. erschienen die ersten kultischen Figuren der Schweine und Schweinegöttinnen. Die Schweinegöttin der Sterne und des Schwarzmondes ist immer und überall die gebärende und wiedergebärende Göttin des Schweine-Uterus. Die Sterne sind ihre Ferkel-Kinder, die sie morgens «verschlingt» und abends «gebiert».
Schweineorakel
Als Eheorakel wurde das Schweinestallhorchen genutzt. In der Weihnachtsnacht musste das wissbegierige Maidlein an die Stalltüre klopfen. Antwortete grunzend ein ausgewachsenes Schwein, so war ein Witwer oder gesetzterer Herr als Bräutigam zu erwarten. Quiekte hingegen ein Ferkelchen, so konnte es schon ein fescher junger Mann sein. Grunzte mal wieder kein Schwein, so hiess es,ein weiteres Jahr zu warten ... ;-)
Die Hexensau
Mit dem Aufkommen des Hexenwahnes und der Frauenverfolgung im Mittelalter wird das Schwein zum bösartigen Hexentier erklärt. Dazu gehören die Phantasien von einem Ritt auf dem glühenden oder auch weissen Schwein. Die Hexen selber nehmen die Gestalt eines roten Schweines an. Auch Verstorbene reiten auf glühenden Schweinen. Als Schadschwein verursacht das Tier Gewitter und Sturm, da es den Sturm riechen könne. Da das Schwein die Erde aufwühlt, wird es zum Zauberschwein, das über magische Kräfte verfügt, mit denen es Schätze und Kirchenschlüssel unterder Erde finden kann.