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Campgeflüster
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- Erstellt am Freitag, 19. August 2011 01:00
Campgeflüster
es ist vollbracht, das zweite Mehrgenerationencamp mit 44 Erwachsenen; 21 Kindern von 7 Monaten bis 13 Jahre und 9 jungen Frauen und Männern, die ein Übergangsritual machten, fand statt.
Schätze bergen
Was ein Stamm auf Zeit in 9 Tagen alles hervor bringt, könnte leicht ein Buch füllen. Hier möchte ich meine ersten Eindrücke und Erinnerungen vermitteln. Es ist die Sicht eines Leiters des Camps, die sich mit jedem Gespräch erweitert und mit neuen Schätzen angereichert wird. Ein Schatz ist nicht immer nur das aller schönste, lichtvollste Erlebnis, die größten Schätze liegen oft in den schwierigsten Erfahrungen verborgen.
Wer war denn alles dabei?
Die jüngste Teilnehmerin aus Berlin strahlte uns mit ihren 7 Monaten und hell leuchtend blauen Augen an, so dass man fasst schon an eine direkte Verbindung zu den Sternen und in´s ganze Universum denken musste.
Eine Oma aus Bayern reiste mit ihren zwei Enkelkindern an und „hauste“ im Zelt mit ihnen.
Aus Berlin kam gleich ein ganzer Kleinbus mit 9 Personen angereist, davon wieder zwei lieb gewonnene Bewohner eines Heimes, die letztes Jahr schon dabei waren.
Eine Mutter mit 6 Kindern von 2 - 19 Jahren mit plus dem besten Freund ihres Sohnes.
Ein Vater aus Hamburg; eine Familie vom Bodensee; eine aus Freiburg; Freunde und Mitstreiter aus dem Kassler Raum; Familien aus der Eifel; von Köln; Düsseldorf; Münster; Suchende aus unseren Intensivgruppen, Lehrlinge; ...
Und natürlich das Team von 7 Menschen, die sich bereits im Vorfeld des Camps engagiert haben.
Der Geldtopf
Ein Zuschuss aus dem Geldtopf hat es mehreren Familien ermöglicht, an diesem Camp teilzunehmen. Dieser Topf besteht weiterhin und freut sich, gefüllt zu werden.
Mehr zum Geldtopf
Heile Welt?
Einerseits kreierten wir zusammen einen Raum der erahnen lies, wie leicht das Leben im Stamm sein kann und auf was es im Kern eigentlich ankommt.
Andererseits wurde auch sehr klar, dass ein Stammesleben innerhalb eines bestimmten Rahmens auch unsere Schwierigkeiten im Zusammenleben aufzeigt und unsere „sozialen Kompetenzen“ auf den Prüfstand stellt.
Wie gehen wir mit Situationen um, mit denen wir nicht umgehen können?
Wie können wir die „Schwächsten“ integrieren?
Wie können wir die „Stärksten“ fördern und fordern?
Wie können wir Einzelne in ihren Prozessen begleiten und das Gesamte im Blick behalten?
Wir haben gelernt, das wir noch viel zu lernen haben.
Integration
Und es ist uns gelungen, mit einer ganzen Menge, wenn auch nicht allen, erstaunlichen Begebenheiten und „schwierigen Situationen“ für alle sichtbar umzugehen und sehr vieles zu integrieren.
Es gab junge Menschen, die zuerst mit einigem Widerwillen über´s Land schlichen und keinen Bock auf das alles hatten. Die saßen zusammen mit hoch motivierten Jugendlichen, die Ihr Übergangsritual kaum erwarten konnten und sehr geduldig mit der Situation umgingen.
Manche fanden ihren Platz das ganze Camp über nicht und bekamen ganz am Ende eine „Erleuchtung“ was das alles mit dem sonstigen Leben zu tun hat. Andere hatten einen fest zugewiesenen Job und fanden heraus, wo sie wirklich hingehören.
All diese Dinge und tausend mehr finden im schamanischen Rahmen des Mehrgenerationen-Camps statt und können als Ganzes als ein großer, hoch dynamischer Prozess bezeichnet werden.
Was uns nährt
Selbstverständlich nährt beim Camp die schamanische, spirituelle Arbeit den Stamm in besonderer Weise, denn nicht alle werden Zuhause solche Rituale und schon gar nicht in diesem Umfang durchführen. Dennoch möchte ich hier unser Essen besonders hervor heben:
Es ist uns gelungen, 100% biologische Nahrung anzubieten, Bio-Brot vom Bäcker aus dem Nachbarort, Käse von einem Dorf weiter und leckeren Honig von Bienen aus der Umgebung.
Neben unserer festen Küchencrew, die den Überblick in bravouröser Weise behielt, gab es jeden Tag eine Chefköchin, die mit Hilfe von vielen fleißigen Händen ein Mittagsmenü kochte. Das reichhaltige Frühstück mit dem legendären Camp-Brei aus Getreide und viel Früchten bescherte einen wunderbaren Start in den Tag. Die einzige Klage, die zu hören war lautete: Wie, schon wieder Essen????
Übergangsrituale
Es gab 4 junge Frauen und 5 junge Männer, die ein Übergangsritual gemacht haben. Es dauerte ein paar Tage, bis sich die einzelnen Gruppen, ihrem wirklichen Bedarf nach, zusammen fanden und jeder die schamanische Arbeit machen konnte, welche am besten zur momentanen Lebenssituation und den entsprechenden Themen passte. Manchen kamen gut vorbereitet, andere ohne eine Ahnung und wieder andere, wie bereits erwähnt, eher unwillig bei uns an.
Von Tag zu Tag stieg jedoch die Neugier, der Respekt und der Wunsch, ein Übergangsritual durchzuführen.
Die Brückenbauer, eine Powergruppe
Während des sich Sortierens und an den richtigen Platz Purzelns entstand eine neue Gruppe von jungen Menschen: Die Brückenbauer sind noch nicht für das Übergangsritual in´s Erwachsenwerden bereit, aber auch nicht mehr so richtig mit den kleineren Kindern kompatibel. Sie sind eben dazwischen und bauen auf diese Weise eine Brücke vom Kind zum Jugendlichen. Und sie sind, wie wir ganz ehrlich erstaunt feststellen durften, eine mächtige Powergruppe, die eine Menge Energie hat und freisetzt.
Danke für diese Erkenntnis! Denn nun gibt es neben den Kindern, die einen besonderen Platz bekommen und den Jugendlichen, bei denen es um die Rituale, geht eine weitere feste Gruppe, die ihren Platz im Mehrgenerationen-Camp, unserem Stamm auf Zeit, gefunden hat.
Unsere Kinder
Die Kinder hatten einen großen Freiraum. Es gab, so wie wir es uns gewünscht haben, viele Onkels und Tanten, neue Schwestern und Brüder, ältere Kinder, die sich um die jüngeren kümmerten, immer jemanden, der da war! Es gab einige Eltern, alles Schamanisten aus den Intensivgruppen und ein Mann aus der Organisation, die sich um die Kinder kümmerten.
Was uns dabei sehr gut gefallen hat ist, dass es kein extra Kinder-Camp gab, in dem die Kinder abgegeben werden konnten. Sie waren integriert und immer und überall zu sehen und zu hören. Da wo Kinder einfach nicht dazu gehörten, wurden immer gute Lösungen (und Lesungen) gefunden.
In diesem Jahr sollten die Kinder und Jugendlichen im Zentrum des Campgeschehens stehen, was in großen Zügen gelang. Es ist und bleibt jedoch weiterhin unsere Herausforderung, diesen Raum zur Verfügung zu stellen.
Das Wohl des Stammes und die eigenen Prozesse
Ich bin sehr dankbar, dass von den erwachsenen Teilnehmern die unterstützende Haltung für die Kinder und Jugendlichen sehr groß war. Die persönlichen Prozesse mussten nicht weggedrängt werden. Sie nahmen jedoch einen angemessenen Raum ein, der über die meiste Zeit vor allem die Übergangsrituale im Zentrum und Vordergrund des ganzen Geschehens stehen ließen.
Natürlich wird in einer ständig höher werdenden Energie so manches freigesetzt, mit dem man dann auch umgehen muss. Doch hier hat das Mehrgenerationen-Camp auch seine Grenzen und kann nicht jedem Einzelnen in jeder Situation zu jedem Thema gerecht werden.
Wenn jeder ein bisschen mehr gibt als er sollte, entsteht Reichtum, ...
Für mich war das Camp getragen vom Geben und Beitragen vieler einzelner Personen. Unser inneres Team war tief verbunden und in einer sehr hohen Präsenz. Die einzelnen Teilnehmer, die für bestimmte Bereiche zuständig waren, haben ihre Aufgaben freudig erfüllt. Ständig wurde Holz gemacht, die Klos geputzt, gekocht, aufgeräumt, kreiert, verschönert, ...
Und und und ...
Wie gesagt, ein Buch wäre zu füllen mit all dem Erlebten, Geträumten, Erfahrenen, Gelernten, ...
Werde Teilgeber
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DANKE
Nach dem Camp ist vor dem Camp
Regenbogenherz-Kolibri